Image Afrique Festival ’17: Bilder Neu Denken

Basel & Liestal

Friday, 9 June – Sunday, 2 July 2017

Between the 9th of June and the 2nd of July 2017, the Image Afrique Festival presents its sixth elaboration in Basel and Liestal. Over three weeks, this multi-disciplinary festival stimulates reflection on views of Africa prevalent in Europe. Public space interventions of African photography display works produced by photographers in different African countries or concerned with life in the African diaspora. These exhibitions offer unexpected and unusual takes on Africa, while the program of the Image Afrique film series addresses topical socio-political issues. Readings by African authors living in German-speaking regions provide glimpses into personal imaginations. During a workshop, youths from Basel studied Nigerian advertisement posters and developed their own. These newly produced posters and the originals that inspired them will be exhibited together. Finally, an Augmented Reality-App expands the views of Basel’s inner city by adding photographs of everyday life on the African continent. For three weeks, Image Afrique showcases the artistic diversity of the African continent and invites the viewer to think images anew.

Vom 9. Juni bis 2. Juli 2017 findet zum sechsten Mal das Image Afrique Festival im Herzen Basels und Liestals statt. Das dreiwöchige spartenübergreifende Festival regt dazu an, anders über in Europa verbreitete Afrikabilder nachzudenken. Im Mittelpunkt stehen Kunstinterventionen afrikanischer Fotografie im öffentlichen Raum. Präsentiert werden rund 30 Positionen von international tätigen Fotografinnen und Fotografen, deren Arbeiten in einem afrikanischen Land entstanden sind oder sich mit dem Leben in der Diaspora beschäftigen. Diese Ausstellungen konfrontieren das Publikum mit ungewohnten Bildern Afrikas, während das Programm der Image Afrique Filmreihe sich auf unterschiedliche Weise gesellschaftspolitisch relevanten Themen nähert. Lesungen mit afrikanischen Autoren und Autorinnen aus dem deutschsprachigen Raum geben Einblick in ganz persönliche Bilderwelten. In einem mehrwöchigen Workshop widmen sich Jugendliche der Bildsprache nigerianischer Werbeposter und erarbeiten dabei eigene Plakate, die in einer abschliessenden Gegenüberstellung im öffentlichen Raum gezeigt werden. Schliesslich ermöglicht eine Augmented Reality-App die Erweiterung des Basler Stadtbilds mit Fotografien des ganz alltäglichen Lebens auf dem afrikanischen Kontinent.

imageafrique.com

Image Afrique Stadtsprachen

Naturbad Riehen | Weilstrasse 69, 4125 Riehen

Freitag, 23. Juni 2017 | 19:30 | Der Eintritt ist frei.

Autoren: Henri Michel Yéré (Elfenbeinküste/Schweiz), Steve Mekoudja (Kamerun/Deutschland), Mohomodou Houssouba (Mali/Schweiz)

Rhybadhüüsli St. Johann | St. Johanns-Rheinweg 50, 4056 Basel

Samstag, 24. Juni 2017 | 19:30 | Der Eintritt ist frei.

Autorinnen und Autoren: Jùmọké Bọlanle Adéyanju (Nigeria/Deutschland), Wilfried N’Sondé (Demokratische Republik Kongo/Frankreich/Schweiz), Goitseone Montsho (Südafrika/Deutschland)

Kulturenvielfalt steht im Mittelpunkt des Konzepts Konzept von Stadtsprachen – einem Festival und Literaturmagazin der Berliner Literarische Aktion e.V., das der multilingualen Gegenwartsliteratur Berlins eine Plattform bietet. Mit Unterstützung des Literaturhaus Basel bringt Image Afrique die Idee von Stadtsprachen nach Basel und veranstaltet zwei Leseabende. Sechs im deutschsprachigen Raum lebende afrikanische Autorinnen und Autoren tragen dabei in der Originalsprache sowohl bekannte als auch bisher unveröffentlichte Texte aus ihren literarischen Werken vor. Im Anschluss lesen Schauspieler die Texte in der deutschen Übersetzung. Einige davon wurden extra für diese Performance übersetzt und sind erstmals in deutscher Sprache zu hören. Gelesen wird auf Setswana, Yoruba, Kisuaheli, Songhay, Englisch, Französisch und Deutsch.

Die Lesungen moderieren Acèle Nadale, Literaturwissenschaftlerin und Gründerin von Afrolivresque, und Martin Jankowski, Berliner Literarische Aktion, e.V., Herausgeber des Stadtsprachen Magazins und Autor. Die beteiligten Autoren und Autorinnen sind Jùmọké Bọlanle Adéyanju (Nigeria/Deutschland), Mohomodou Houssouba (Mali/Schweiz), Steve Mekoudja (Kamerun/Deutschland), Goitseone Montsho (Südafrika/Deutschland), Wilfried N’Sondé (Demokratische Republik Kongo/Frankreich/Schweiz) und Henri Michel Yéré (Elfenbeinküste/Schweiz).

In Kooperation mit: Stadtsprachen Magazin und Literaturhaus Basel

CAP Prize Ausstellung

Theaterplatz, Basel

Freitag, 9. – Samstag, 17. Juni 2017
Vernissage: Freitag, 9. Juni 2017 | 18:00

Seit 2012 zeichnet jährlich eine internationale Jury, bestehend aus Persönlichkeiten der internationalen Fotografieszene, fünf Fotografinnen und Fotografen mit dem CAP Prize aus, deren Arbeit in einem afrikanischen Land entstanden ist oder sich mit einer Diaspora des Kontinents beschäftigt. Der CAP Prize wird von der CAP Association verliehen und trägt dazu bei, afrikanische Fotografie in der europäischen Kunstwelt zu fördern und mehr Öffentlichkeit für Kunstschaffende zu erlangen, die sich mit dem afrikanischen Kontinent befassen. Die fünf CAP Prize ‘17 Preisträgerinnen und Preisträger werden an der Vernissage am 9. Juni 2017 auf dem Theaterplatz in Basel bekanntgegeben und anwesend sein.

Im Anschluss an die Ausstellung in Basel werden die ausgezeichneten Projekte bei einer Reihe internationaler Fotografie Festivals, etwa dem LagosPhoto Festival in Nigeria oder dem Kerkennah01 in Tunesien gezeigt. So erreichen die Arbeiten ein internationales und breites Publikum. Die um die Welt gereisten Ausstellungsbanner werden nach dem Ausstellungszyklus zu Stofftaschen weiterverarbeitet und finden so einen nachhaltigen Nutzen.

Image Afrique Filmreihe

Kino Sputnik, Kulturhaus Palazzo, Am Bahnhofplatz, Liestal

Sonntag, 18. Juni | 16:00 Aya de Yopougon, Regie: Marguerite Abouet, Clément Oubrerie (Frankreich, 2013)
Sonntag, 18. Juni | 18:00 Usgrächnet Gähwilers, mit anschliessendem Q & A mit dem anwesenden Regisseur, Regie: Martin Guggisberg (Schweiz, 2016)
Montag, 19. Juni | 18:00 La pirogue / Die Piroge, Regie: Moussa Touré (Senegal, 2012)
Montag, 19. Juni | 20:15 Des étoiles / Unterm Sternenhimmel Regie: Dyana Gaye (Frankreich, Belgien, Senegal, 2014)
Dienstag, 20. Juni | 20:15 Ayanda and the Mechanic Regie: Sara Blecher (Südafrika, 2015)
Mittwoch, 21. Juni | 20:15 À peine j’ouvre les yeux / Kaum öffne ich die Augen Regie: Leyla Bouzid (Tunesien, 2015)

Zwischen dem 18. und dem 21. Juni 2017 zeigt Image Afrique im Kino Sputnik im Kulturhaus Palazzo in Liestal sechs Spielfilme aus und über Afrika. Kurator der Filmreihe ist Eric van Grasdorff. Der Politikwissenschaftler veranstaltete von 2004 bis 2016 die monatliche Filmreihe African Reflections in den Berliner Hackesche Höfe Kinos. Ausserdem leitete er mehrere Jahre die deutsche Sektion von AfricAvenir, einer politisch unabhängigen und gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation, die sich auf dem Gebiet der politischen Bildung sowie der Wissensproduktion und -verbreitung aus afrikanischer Perspektive sowohl in Afrika als auch in Europa engagiert.

Thematisch befassen sich die ausschliesslich zeitgenössischen Filme mit brisanten politischen und gesellschaftlichen Themen des heutigen Afrikas, wie etwa Frauenrechte, Rassismus oder Bildung. So erzählt der tunesische Film À peine j’ouvre les yeux der Regisseurin Leyla Bouzid die Geschichte der lebenslustigen Farah, die gerade die Schule beendete und davon träumt Musikerin zu werden. Es ist Sommer 2010, die Spannungen im Land sind spürbar, die Liedtexte von Farahs Band erregen rasch die Aufmerksamkeit des Geheimdienstes und so wird die Sängerin unerwartet mit den Folgen ihrer Musik konfrontiert. In ihrem Film Des Étoiles widmet sich die vielfach preisgekrönte Regisseurin Dyana Gaye dem Leben ihrer Protagonistinnen und Protagonisten im Exil in Turin, Dakar und New York. Ihre Wege kreuzen und verlieren sich wieder. Gaye zeichnet in ihrem Film ein aktuelles Bild der Situation von Migrantinnen und Migranten mit all seinen Härten, Hoffnungen und Träumen nach. Zum schweizerischen Beitrag des Programms, der Komödie Usgrächnet Gähwilers, die humoristisch mit der zweifelhaften Doppelmoral des Schweizer Kleinbürgertums spielt, findet im Anschluss an die Vorführung ein Gespräch mit dem Regisseur Martin Guggisberg statt.

Everyday Africa im virtuellen Raum

Plakate in der Basler Innenstadt

Freitag, 9. Juni – Sonntag, 2. Juli 2017

Die Tagxy-Augmented Reality-App macht digitale Inhalte an Stelle von Werbeplakaten in der Basler Innenstadt sichtbar. Mit dem Blick durch die Kamera der Tagxy-App wird die reale Welt mit Fotografien des Instagramprojekts Everyday Africa erweitert. Die Nutzer scannen mit dem Smartphone die Werbeplakate der Basler Innenstadt und erleben so die Welt von Everyday Africa. Die Bilder können geliked, kommentiert oder in den sozialen Medien geteilt werden. Everyday Africa kämpft gegen die Klischeebilder von Afrika als Ort voller Armut, Krankheiten und Krieg. Mit den besten Fotos aus dem gefeierten Online-Projekt vom Alltagsleben auf dem afrikanischen Kontinent zeigt die Ausstellung seltene Einblicke von ungeahnter Schönheit; sie lenken die Wahrnehmung von sensationslüsternen Extremen auf eine geordnetere, vertraute Wirklichkeit um. Die Bilder und Kommentare sprechen Bände über die gängige Wahrnehmung Afrikas und unterstreichen gleichzeitig die immer engere Vernetzung des Kontinents innerhalb einer globalisierten Welt. 325.000 Menschen folgen Everyday Africa auf Instagram, wo es 2012 von Peter DiCampo und Austin Merrill gestartet wurde. Das Projekt provoziert eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Wahrheit, Erwartungen, Realität und Täuschung. Gleichzeitig hat es zum Ziel, zeitgenössische afrikanische Fotografie in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Edition POPCAP Ausstellung

Hotel Euler | Centralbahnplatz 14, 4002 Basel

Samstag, 4. Februar – Samstag, 24. Juni 2017

Rund 100 Arbeiten aus dem Kongo, Südafrika, Kenia, Kamerun, Italien, Tunesien, Angola, Mosambik, Namibia und Ägypten, die Teil der Edition POPCAP sind, werden in der Art Passage des Hotel Euler in Basel ausgestellt. Die Edition POPCAP wird seit 2015 von der CAP Association verlegt und verfolgt das Ziel, afrikanische Fotografie in der europäischen Kunstwelt zu fördern und mehr Öffentlichkeit für Künstlerinnen und Künstler, die sich mit dem afrikanischen Kontinent befassen, zu schaffen. Jährlich werden die fünf durch den CAP Prize ausgezeichneten Künstlerinnen und Künstler dazu eingeladen an der Edition POPCAP teilzunehmen.

Die ausgestellten Werke stammen von Thom Pierce, Julia Runge, Filipe Branquinho, Tahir Carl Karmali, Zied Ben Romdhane, Romaric Tisserand, Ilan Godfrey, Léonard Pongo, Dillon MarshGraeme WilliamsGuillaume BonnNabil Boutros und Paolo Patrizi.

Plakatausstellung des K’Werk

Lindenberg 10, Basel

Freitag, 16. Juni – Sonntag, 2. Juli 2017
Vernissage: Freitag, 16. Juni 2017 | 17:00

Einer Fotoklasse der K’Werk Bildschule bis 16 – Schule für Gestaltung Basel hat in Kooperation mit den Basler Afrika Bibliographien und dem Zentrum für Afrika Studien Basel eine Plakatausstellung erarbeitet. Dabei dienten Plakate aus den 1990er Jahren aus Nigeria als Inspirationsquelle. Die Plakate aus der Sammlung der Basler Afrika Bibliographien zeigen Darstellungen zu Themen wie Lifestyle, Politik, Sport oder Religion, häufig ergänzt mit einem Jahreskalender. Die Collagen aus Zeitschriftenbildern sind günstig hergestellte Massenprodukte. Sie wurden auf Märkten in ganz Westafrika verkauft und als Wandschmuck in Privatwohnungen oder kleinen Betrieben aufgehängt.

Die Jugendlichen des K’Werks stellten sich in einem mehrwöchigen Workshop Fragen wie: Was bewegt mich? Was interessiert heute bei uns das Publikum? Wie stelle ich ein Thema dar? Wo bekomme ich die Bildausschnitte her? Oder: Wie ist das mit dem Copyright? Die Antworten wurden mit den Mitteln der Fotografie zu Postern verarbeitet und sind in der Ausstellung den Inspirationsquellen gegenübergestellt. Die Plakate werden auf der Aussenmauer des Lindenberg 10 in Kleinbasel während zwei Wochen frei zugänglich ausgestellt. Die gezeigten Arbeiten sind von Jonas Hoffmann, Julian Linders, Jashnika Meier, Marina Ropero Garcia-Arroba, Leora Schwengeler und Meret Voisard.

Ausstellung Alles Ägypter

Voltaplatz, Basel

Samstag, 10. – Samstag, 24. Juni 2017
Vernissage: Samstag, 10. Juni 2017 | 17:00

“Das Erscheinungsbild, die Kleider einer Person, vermitteln ihre Identität oder ihre Art zu denken, es sind Behauptungen, die eine bestimmten sozialen Umgang erlauben. Ein perfektes Erscheinungsbild ist weniger eine Tatsache als reine Kommunikation. Wie weit können wir dem Bild trauen? Ich habe in den letzten Jahren beobachtet, dass viele Ägypter ihr Erscheinungsbild drastisch und verhältnismäßig rasch veränderten und gleichzeitig auch ihren sozialen Umgang anpassten. Was können wir daraus folgern? Dass jeder viele Gesichter hat? Dass die Kleidung den Mann macht? Ich begann mit diesem Projekt im Februar 2010. Ich mimte mein Gesicht unterschiedlich, kämmte und färbte meine Haare unterschiedlich; ich rasierte meinen Bart und schnitt meine Haare in unterschiedlichen Stadien. Dies alles über den Zeitraum von einem Jahr, um unterschiedliche Charaktere Ägyptischer Männer zu verkörpern. Die Serie war 2010 in Kairo ausgestellt als bei einer Bombenattacke in Alexandria 21 Menschen ums Leben kamen. Wir nahmen dies zum Anlass, ein Protestposter mit den Bildern zu kreieren mit der Überschrift All Egyptians. Zehn Tage später begann die Revolution. Während der Sitz-ins auf dem Tahrir Platz hielten Aktivisten Poster mit All Egyptians als Symbol von Einigkeit.” Nabil Boutros. Nabil Boutros ist ein Mixed-Media Künstler und lebt in Paris.

Filmvorführung Democrats mit anschliessender Diskussion

Mittwoch, 15. Juni 2017 | 18:30

Neues Kino | Klybeckstrasse 247, im Hinterhaus
Diskussion mit Lucy Mazingi, Direktorin des Jugendnetzwerkes YETT, Zimbabwe. In Kooperation mit dem Afrika-Komitee.